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Der wohl den Vorzug unter den künstlichen Vermehrungsarten haben dürfte, ist noch weit einfacher zu machen, erfordert jedoch auch eine begattete Königin, die man dazu bereithaben sollte!
Über die Mittagszeit eines schönen Flugtages, wenn recht viele Flugbienen unterwegs sind, werden einem starken, gesunden Volke 3—5 Waben (aus dem Badischen Kasten können es bis zu 12 Waben sein) mit auslaufender Brut und den darauf sitzenden Bienen (ohne Königin) entnommen und in den Wabenträger gegeben. Nun hole man aus dem Wabenschrank zwei ausgebaute, mit Pollen versehene Deckwaben und hänge diese im Warmbau als erste und letzte Wabe, im Kaltbau als die beiden äußersten Waben in den Brutablegerkasten oder auch in einen gut einengbaren, gewöhnlichen Bienenkasten. Als Abschlußwabe kann man auch eine mit Wasser gefüllte Wabe zuhängen, in die Mitte kommen die 3—5 Brutwaben in der Brutnestordnung. Aus dem Honigraum kann man noch einige Waben, die mit Jungbienen gut besetzt sind, in den Wabenträger hineinschlagen. Nun deckt man den Wabenträger mit einem Tuche zu und läßt ihn samt Bienen und Brut einige Zeit stehen. Während dieser Viertelstunde richte man eine neue Wohnung' oder einen Ablegerkasten zurecht und gebe diesem einen neuen Platz im Bienenstand. Noch besser ist es, wenn man dem Ableger auf einem entfernteren Stande seinen künftigen Flugplatz geben kann. Nun wird Wabe für Wabe in den neuen Kasten abgekehrt, und in der Nestordnung, wie oben angegeben, werden die leeren Waben eingehängt. Die alten Bienen fliegen nun an ihren früheren Platz zurück. Nach etwa 2 Stunden gebe ich dem neugebildeten Ableger die junge Königin im Ausfreßkäfig mit Zuckerteigverschluß. Um die Jungbienen besser beisammen zu halten, kann man die Königin auch sofort im Lorenzschen Zusetzkäfig beigeben. Am Abend des nächsten Tages wird in kleinen Portionen flüssiges Futter dargereicht, solange, bis der Brutableger eigene Sammelbienen ausschickt. Das Flugloch im Brutableger muß enge gehalten werden, um die Räuberei zu vermeiden.
Sklenar bildet den Kunstschwarm, indem er ein sehr starkes Volk in den Wabenbock bringt. Die Flugbienen läßt er aus demselben 10 Minuten lang abfliegen. Nur die Wabe mit der Königin darauf kommt sofort wieder in den alten Kasten zurück. Zu beiden Seiten dieser Königinwabe bringt er Mittelwände oder auch leere ausgebaute Waben an. Die im Wabenbock verbleibenden Jungbienen werden in den Schwarm-kasten abgeschlagen. Sind alle Jungbienen im Kunstschwarm-kasten drin, dann wird er geschlossen und stehen gelassen. Nun holt er die junge Königin im Zusatzkäflg und steckt sie in die Hosentasche. Der Kunstschwarmkasten wird kräftig auf den Boden abgestoßen, daß alle Bienen herunterpurzeln, der Deckel wird aufgelüpft und die junge Königin hineingeworfen. Der Kunstschwarmkasten kommt sofort in den kühlen Keller. Dort wird das Futterglas aufgesetzt. Abends oder anderntags wird der Kunstschwarm in eine neue Beute gebracht.
Meine Ableger sind wie folgt ausgestattet: In der Mitte des Kästchens mit drei Waben im Standmaß befindet sich die Wabe mit der Zelle bzw. mit der jetzt geschlüpften Königin. Seitlich dieser Königinwabe eine tadellose Leerwabe mit einigen Vorräten und eine Brutwabe mit auslaufender Brut, Nach zirka 14 Tagen bis drei Wochen hole ich diese Ablegerkasten auf den Heimatstand zurück. Die leeren Bienenkasten und die unzureichenden Völker sind zur Aufnahme der Ableger bereit.
Die Waben werden den Ableger kästen entnommen und kommen in gleicher Reihenfolge samt Bienen und Königin in die neue Beute. Anschließend gebe ich eine leere, ausgebaute, schon bebrütet gewesene Wabe, dann eine Mittelwand und eine aufgeritzte, mit warmem Wasser bespritzte Honig-Pollenwabe. Rechts und links anschließend die Blindwabe, die Wärme zusammenhaltenden Wärme-(Blindwaben)-Kissen.
Nach weiteren 3—4 Wochen, je nach Tracht und Entwicklung früher oder später, gebe ich nochmals drei Erweiterungswaben wie oben. So erhalten wir ein normalgroßes Volk auf 9—10 Waben, das auch den Honigraum noch aufgesetzt bekommt, sofern eine Spättracht noch in Aussicht steht. Ist diese jedoch nur gering, so läßt man das neue Volk den Honig und Pollen nur in den Brutraum tragen. So kann das Volk noch sehr gut zum Selbstversorger über den Winter werden, das mit ganz wenig Zuckerfutter als Zusatz ausgezeichnet überwintert.
Soll ein Brutableger einem weisellosen Volk zugesetzt werden, so mache man das folgendermaßen:
Das weisellose Volk wird auf den Wabenbock gehängt. Die Waben mit den Bienen und der Königin werden aus dem Ablegerkasten entnommen und in gleicher Reihenfolge in den entleerten Kasten des weisellosen Volkes gegeben. Nachdem sich die Bienen auf dem Wabenbock gut vollgesaugt haben, werden sie ohne weiteres samt Waben zu den Ablegerbienen gegeben. Etwaige unbesetzte Waben werden entfernt. Vorsichtshalber kann man die Ablegerbienen und die weisellosen Bienen mit Thymianwasser leicht bespritzen.
Will ich einem Volk, das mich nicht befriedigt, eine Königin aus dem Ableger geben, so mache ich dies so:
Zuerst fange ich die minderwertige Königin heraus und zerdrücke sie. Nach 1—2 Stunden, wenn das entweiselte Volk sich seines weisellosen Zustandes bewußt geworden ist, was es durch aufgeregtes Suchen und Umherlaufen auf dem An-flugbrettchen und an der Stirnwand zu erkennen gibt, wird das ganze Volk auf den Wabenbock gestellt, wo es sich gut vollsaugen kann. Dann verbringe ich den Ableger und das entweiselte Volk wie im vorhergehenden Verfahren in die Beute zurück.
Alle Waben des Honigraumes werden entnommen und auf dem Wabenbock aufgestellt. Wir öffnen das Flugloch des Honigraumes und verschließen alle Durchgänge des Absperrgitterschiedes (zweites Bodenbrett).
Ohne uns um die Königin oder die Weiselzellen zu kümmern, hängen wir alle Waben des Brutraumes bis auf eine mit offener Brut, die zurückbleibt, in den Honigraum. Die Brutwabe wird noch überprüft, ob nicht die Königin zufällig auf ihr verblieben ist, und der Leerraum mit den Waben des Honigraumes wieder aufgefüllt. Wir haben das Volk jetzt in zwei Teile getrennt:
Genau 9 Tage später überprüfen wir die Brutwabe und brechen alle Zellen bis auf eine mittlerer Größe aus.
Im oberen Volk, dem man in den nächsten Tagen etwas Wasser einspritzen sollte oder es mittels flacher Schale tränken kann, fehlen die Flugbienen, die Schwarmzellen werden abgetragen.
Im unteren Volk schlüpft nach zwei Tagen die Königin aus der belassenen Zelle und tritt nach etwa 7—10 Tagen in Eiablage. Jetzt ist eine öftere Nachschau nötig, denn wir wollen noch vor Anlage des zweiten großen Brutnestes die Wiedervereinigung vornehmen. Eine der beiden Königinnen wird entfernt, die Bienen beider Räume mit Thymianwasser besprengt und nach Schließen des oberen Fluglochs und Freigabe des Absperrgitters Honig- und Brutwaben sinngemäß verteilt.
Das Verfahren hat gegenüber dem vorhergeschilderten den Vorteil, daß keine Brutunterbreehung stattfindet (Ausnutzung einer späteren Tracht) und daß kein Ablegerkasten benötigt wird.
Mißerfolge sind nur gegeben, wenn
macht man so: Man hängt ein starkes Volk auf den Wabenbock. Die Wabe mit der Königin kommt sofort in die Stockmitte des Kastens an den früheren Platz zurück. Angeschlossen werden einige Rahmen mit ganzen Kunstwaben und dazu einige brutlose Waben. Alle anderen Waben werden zu einem Ableger in eine leere Beute zusammengestellt. Nach einer Stunde wird dem Brutableger eine begattete Jungmutter im Zusatzkäfig mit Honigzuckerteigverschluß zugesetzt. Das Muttervolk hat: Altmutter, wenig Jungbienen aber alle Flugbienen, daher der Name Flugling. Der Ableger hat: lauter Jungbienen, befruchtete Jungmutter, ebenso 2—3 ganze Kunstwaben zum Ausbauen. Er muß einige Tage in den Abendstunden recht dünnflüssig gefüttert werden, bis Sammelbienen aus- und einfliegen, weil diese ja anfangs fehlen.
Die Königin braucht bei Bildung eines Feglings nicht gesucht zu werden!
Zubehör: Ein kräftiges Volk mit leistungsfähiger Königin und eine gründlich gesäuberte Beute in ziemlicher Entfernung und womöglich mit anderer Flugrichtung aufgestellt.
Der Honigraum wird abgehoben bzw. abgenommen, der Brutraum samt Bienen in den Wabenbock gebracht. Hier müssen sich die Bienen gut vollsaugen.
Nun fegt man die Bienen samt der Königin von sämtlichen Waben in die neu ausgestattete Beute und hängt hernach die Brutwaben in gewesener Reihenfolge in den ursprünglichen Kasten zurück (daher Fegling).
Nur eine einzige Wabe mit Brut in allen Altersstufen (Stadien) hängt man in die Mitte dem neu gebildeten Volke zu. Befindet sich die Königin zufällig darauf, dann hat man ihr Abfegen gespart. Auch die Bienen des Honigraums fegt man dazu. Die Flugbienen fliegen alsbald an ihren alten Platz zu den bienenleeren Brutwaben ohne Königin zurück.
Im Fegling bleiben alle Jungbienen bei der Königin. Deshalb fliegt das Volk einige Tage nicht, weshalb eine Fütterung mit verdünntem Honig notwendig ist. (Nur abends füttern und nur 1/4 bis 1/2 Liter, damit keine Räuberei entsteht.) Bei trachtloser Zeit gibt man auch eine Pollen-Honigwabe und eine Wasserwabe.
Dem Flugling (ohne Königin) werden nach zwei Tagen alle schon gedeckelten und nach neun Tagen alle übrigen Weiselzellen bis auf eine genommen. Hat man jedoch eine junge, erprobte Königin zur Verfügung, so bricht man alle Weiselzellen aus und setzt die Königin im Ausfreßkäfig zu.
Der Fegling erstarkt bis zum Herbst sicher zu normal überwinterungsstarkem Volk.
Der Flugling ohne Königin gelingt nur mit Sicherheit, wenn er keine Nachbarvölker hat, da sonst die Gefahr des Überlaufens der Flugbienen und damit der Verkühlung der Brut, der Räuberei und zumindest der Nachschaffung minderwertiger Königinnen besteht. Seine Beweiseluiig mit eine? tüchtigen Jungkönigin ist einer eigenen Nachschaffung unbedingt vorzuziehen.