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Die Ursachen der Drohnenbrütigkeit bzw. Buckelbrut Buckelbrütige, fehlbrütige und drohnenbrütige Völker
Wenn eine Königin zu alt geworden ist, dann kann sie keine befruchteten Eier mehr legen. Dasselbe ist der Fall, wenn eine junge Königin unzureichend begattet wurde. Aus unbefruchteten Eiern aber entstehen stets nur Drohnen. Weil die Königin diese Eier in Arbeitsbienenbau legt, die daraus entstehenden Drohnen aber länger sind als ihre Zellenwiege ist, so verlängern die Arbeitsbienen diese Zellen, bevor sie sie mit Wachsdeckelchen versehen. Es entstehen so kleine Erhöhungen oder „Buckel", daher der Name Buckelbrut.
Ist die Königin unbemerkt eingegangen und hat der Imker versäumt, dem Volke rechtzeitig wieder zu einer Stockmutter zu verhelfen, so wird der überschüssige Futtersaft an Jungbienen in zu reichlichem Maße verfüttert, wodurch sich deren verkümmerte Eierstöcke entwickeln. Solche „Notköniginnen", von denen ein Volk bei langer Dauer dieses Zustandes mehrere hundert haben kann, nennt man „Drohnenmütterchen", weil aus ihren unbegatteten Eiern nur Drohnen entstehen können. Die Drohnenmütterchen legen ihre Eier immer nur an die Seitenwände der Zellen, weil ihre Hinterleiber zu kurz sind, um damit auf den Zellboden hinabzureichen. Auch belegen diese Mütterchen ein und dieselbe Zelle mehrmals, woran der Imker feststellen kann, ob die Ursache der Drohnenbrütigkeit beim Volke oder bei der Königin zu suchen ist. Dies zu wissen ist für den Imker wesentlich! Denn danach ist das Heilverfahren ein verschiedenes. Ist die Brut schon gedeckelt, so ist das Bild in beiden Fällen vollständig gleich und die Bezeichnung „Buckelbrut" hat in beiden Fällen ihre Berechtigung, trotzdem verschiedene Ursachen vorliegen können. Wir sprechen also in allen Fällen von Drohnenbrütigkeit oder Buckelbrut bei wohl gleicher Erscheinung, trotz verschiedener Ursachen. In Imkerschulen ist darum eine nach Ursachen unterscheidende Bezeichnung eingeführt.
Man unterscheidet:
Liegt der Fehler, wie in den beiden ersten Fällen bei „Buckelbrut" an der alten Königin (Greisenbrütigkeit) und bei „Fehlbrut" an der jungen Königin (Jungfernbrütigkeit), also in beiden Fällen an der Königin, dann kann bei rechtzeitigem Entdecken durch raschen Ersatz einer guten Königin sofort abgeholfen werden.
Sind aber die Arbeitsbienen bereits als Notköniginnen vom Volke erkoren, liegt also Afterbrütigkeit vor, dann ist Heilung eines solchen Volkes sehr schwer durchführbar. In diesem Falle hängt man das ganze Volk in den Wabenknecht oder in eine neue leere Zarge (gibt kräfte Rauchstöße) und läßt die Bienen mit viel Honig vollsaugen. Sein seitheriger Bienenkasten wird ganz beseitigt oder die Flugseite unkenntlich gemacht und das Flugloch gut verstopft. Dann geht man mit den Bienen im Wabenknecht oder Zarge etwa 10 m vom Bienenstand weg und kehrt oder schlägt die Bienen von den einzelnen Waben auf den Boden ab. Ich - belege diesen Bodenplatz immer mit einem sauberen weißen Leintuch - um die zurückbleibenden Drohnenmütterchen zu erdrücken oder sie in einem Feuerchen nebenan zu verbrennen und unschädlich zu machen. Man kann diese Drohnenmütterchen an ihren dicken Hinterleibern und ihren schwerfälligen Flugversuchen erkennen. Die noch tauglichen Bienen dieses Volkes betteln sich bei ändern Völkern ein und werden dort auch anstandslos angenommen, weil sie noch mit vollem Ränzlein und noch gesunden Gliedern ankommen und Arbeit leisten können.
Afterbrütigkeit kann im Frühjahr und Sommer auch folgendermaßen geheilt werden:
Das afterbrütige Volk wird aus seinem seitherigen Kasten herausgenommen und in den Wabenbock gehängt oder in eine neue leere Zarge (gibt kräfte Rauchstöße), dass sich die Bienen mit viel Honig gut vollsaugen. In die jetzt leere Beute bringt man einen kräftigen Ableger. Hernach trägt man den Wabenbock oder Zarge mit allen afterbrütigen Bienen und Waben 15—20 m vom Stand weg und schlägt alle Bienen auf den Boden ins Gras hinein. Die noch gesunden Bienen fliegen nun dem Brutableger zu — diesen verstärkend — während die eierbeschwerten Hüpfer und Grabbler nicht zurückkehren können. So verliert das Volk seine Afterbienen und ist geheilt. Solange ein Volk auf einer zugehängten Eierwabe (Kontrollwabe) noch Weiselzellen ansetzt, ist es sich seiner Weisellosigkeit bewußt. Ist es volkreich, so wird es eine Königin, im Brutableger, auch im Schwärm, anstandslos annehmen und so geheilt werden.
Rechtzeitige Königinerneuerung mit jungen, auf ihre Legetüchtigkeit erprobten Müttern ist das allerbeste Vorbeugungsmittel gegen Drohnenbrütigkeit bzw. Afterbrütigkeit, Buckelbrut und Fehlbrütigkeit.