Tipps durch Schwarmverhinderung

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Wie erkennen wir die Schwarmlust?

Wenn wir nicht Schwärme fangen und dabei auch welche verlieren wollen, müssen wir so rechtzeitig eingreifen, dass noch keine verdeckelten Weiselzellen vorhanden sind.

Folgende Eingriffe können gemacht werden:

Wegnahme von Brut=>Bildung von Ablegern und Zwischenablegern
Wegnahme von Bienen=>Flugling, Verstärkung schwacher Einheiten
Wegnahme der Königin=>Königinnenableger, Pflege einiger Weiselzellen im entweiselten Volk
Wenn alles nichts mehr hilft=>Schwarm fangen oder davonfliegen lassen!

Wann müssen wir mit dem Abgehen eines Schwarmes rechnen?

Einfache Schwarmverhinderung mit Brutablegern

Eine gute Möglichkeit für die Schwarmverhinderung ist die Bildung von Brutwabenablegern im Mai und auch noch im Juni. Wir bilden kleine Volkseinheiten mit Brutwaben und Bienen, die bis zum Sommer wie von selbst zu neuen Völkern heranwachsen.

Dazu sind keine großen Kenntnisse in Königinnenzucht oder der Erwerb von Zukaufsköniginnen notwendig. Jetzt im Mai ziehen sich die Völker ihre Königinnen selbst. Wenn wir mit ihnen nicht zufrieden sind, können wir uns immer noch im Juni bessere Königinnen selbst ziehen oder bis in den Juli hinein bei Züchtern besorgen. Alles was wir brauchen, sind starke Völker mit genügend gedeckelten Brutwaben, denen das Schröpfen sogar gut tut, weil sie so am Schwärmen gehindert werden.

Wir gehen folgendermaßen vor:

Grundsätze bei der Pflege von Jungvölkern

Die ganze Zeit über muss auf gute Futterversorgung geachtet werden. Wenn Futter fehlt, muss gefüttert werden, da am Anfang auch bei guter Trachtlage die wenigen Flugbienen zu wenig eintragen. Ableger werden nur mit Mittelwänden erweitert; die alten, ausgelaufenen Brutwaben werden an den Rand gerückt, so dass sie bei Gelegenheit entnommen werden können, wenn sie leer sind. Ein Ableger sollte bis zum Einwintern mindestens einen Kasten füllen, sonst wird er besser mit einem anderen vereinigt oder mit Brutwaben aufgelöster Völker verstärkt.

Wozu Jungvölker aufbauen?

Die alten Bienenlehrer forderten immer, pro Altvolk einen Ableger zu bilden, um vor Völkerausfällen geschützt zu sein. Das sollten wir überdenken. Wenn das jeder machen würde, käme es wohl kaum zu ganzen Standzusammenbrüchen. Wir wurden in manchen Jahren von unseren Bienen und dem Trachtverlauf verwöhnt, denn es funktionierte auch ohne eine große Zahl an Jungvölkern – aber eben nur eine gewisse Zeit lang. Wer einmal hohe Verluste hinnehmen musste, der weiß sehr wohl zu schätzen, welche Reserven Jungvölker am Stand für seine Imkerei bedeuten. Deshalb sollten wir an die Worte der alten Imker denken – und genügend Jungvölker bilden. Ganz nebenbei entnehmen wir mit der gedeckelten Brut eine ganze Menge Milben aus den Altvölkern, was den Trachtvölkern sehr zugute kommt, denn außer dem Schneiden der Drohnenbrut können wir bis zum Ende der Tracht nichts machen, um die Milbenzahl zu reduzieren.

Eine größere Zahl an Jungvölkern ermöglicht bis zum Sommer auch eine Aussage über das Verhalten und die Bruttätigkeit der neuen Einheiten. Alles was unseren Vorstellungen nicht genügt, kann noch rechtzeitig vor dem Einwintern aufgelöst und zur Verstärkung befriedigender Jungvölker eingesetzt werden. Wenn wir zu spät mit der Ablegerbildung beginnen, müssen wir einwintern, was wir haben, da noch zu wenig Brut und Bienen von der jungen Königin vorhanden sind, um gesicherte Aussagen darüber machen zu können.

Außerdem muss ein Imker, der selbst für eine Verjüngung seines Bienenmaterials sorgt, nicht auf importierte Schwärme zurückgreifen. Mit diesen können leider auch Krankheiten und Parasiten zu uns gelangen, die wir bisher noch nicht kannten. Alleine der Kleine Beutenkäfer ist schon Gefahr genug, um die Hände von Paketbienen aus dem Ausland zu lassen. Dass dazu schon der Import von Königinnen genügt, mussten portugiesische Imker im Herbst 2004 erfahren, die damit zum ersten Mal den Kleinen Beutenkäfer nach Europa einschleppten. Mit eigenerzeugten Königinnen wäre die Einschleppung nicht erfolgt. Ich denke, auch unsere Nachfolger sollten noch mit Freude imkern können. Den Weg dazu können wir mit einer vernünftigen Betriebsweise, mit der Nutzung unserer vorhandenen Möglichkeiten und mit einem Imkern mit der Natur – und nicht dagegen – ebnen.

Jungköniginnen

Mit der Verwertung von Schwarmzellen und der unsystematischen Nachschaffung von Jungköniginnen aus offenen Brutwaben können wir möglicherweise recht zufrieden imkern. Vielleicht entsprechen die Jungköniginnen aber auch nicht unseren Vorstellungen. Wenn wir auf Dauer imkern wollen, müssen wir gezielt von Völkern nachziehen, die folgende Eigenschaften aufweisen:

Auf die Zusammensetzung der Drohnenpopulation haben wir mit unserer recht kleinstrukturierten Imkerei als Einzelimker kaum einen Einfluss. Unsere Königinnen müssen eben nehmen, was so "rumfliegt".

Finden wir unter unseren Völkern welche, die uns als "nachzuchtwürdig" erscheinen, so tritt meist das nächste Problem auf: Diese Völker ziehen kaum Weiselzellen heran, da sie schwarmträge sind. Wir müssen uns entschließen, der Natur mit dem Umsetzen jüngster Larven in künstlich erzeugte Weiselbecher nachzuhelfen. Bei guten Augen und einer ruhigen Hand ist das im Prinzip kein Problem, wenn wir eine gute Anleitung bekommen und das entsprechende Handwerkszeug dazu haben. Für die Anleitung empfehle ich die jetzt zahlreich angebotenen Kurse zur Königinnenzucht zu besuchen und die praktischen Übungen auch aktiv mitzumachen. Denn hier gilt wie in allen Bereichen unseres Lebens: Übung macht den Meister. Der Vorteil bei Lehrgängen liegt darin, dass wir erfahren, wo wir Fehler machen, und wie diese vermieden werden können.

Für all diejenigen, denen der Umgang mit der Umlarvnadel zu schwierig ist, gibt es Königinnenzuchtsysteme, bei denen das Umlarven durch "Umstecken" ersetzt wird. Da sie nicht ganz billig sind, sollte man sich vorher vergewissern, ob einem das System überhaupt liegt, und ob sich die Investition durch die entsprechende Zahl gezogener Jungköniginnen auf Dauer rechnet. Ansonsten gibt es immer noch die Möglichkeit, einen versierten Imker zu bitten, einem die Larven umzusiedeln. Hier wird kaum jemand Nein sagen, wenn das notwendige Material vorbereitet ist. Allerdings sollte man sich für diese Dienstleistung dann auch erkenntlich zeigen. Die einfachste Lösung sind die Umlarvtage von anerkannten Reinzuchtbelegstellen oder Bieneninstituten. Hier wird von ausgesuchtem Material gegen geringe Unkostenerstattung das Umlarven erledigt. Um Erfolg mit der Zucht zu haben, muss aber zuhause ein entsprechendes Pflegevolk bereitstehen, das vorher auf wilde Nachschaffungszellen durchsucht wurde, die natürlich entfernt wurden. Jetzt auf alle möglichen und "unmöglichen" Zuchtverfahren einzugehen, sprengt den Rahmen einer Monatsberatung. Um sich gründlich zu informieren, empfehle ich nochmals die Teilnahme an Königinnenzuchtkursen. Weiterhin bieten die Bücher über Königinnenzucht ebenfalls wertvolle Anleitungen und geben Ratschläge zu auftretenden Fragen; eine Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall.

Einige Tipps zur eigenen Königinnenzucht erhalten Sie trotzdem:

Sollten Sie mit den Eigenschaften Ihrer selbst erzeugten Königinnen schließlich doch nicht zufrieden sein, so muss das nicht unbedingt an Ihrem mütterlichen Material liegen. Die Drohnen üben hier einen entscheidenden Einfluss aus. Nur bei der instrumentellen Besamung können sie handverlesen werden – ob dann die Ergebnisse besser sind, ist auch Glückssache. Für den Einzelimker, der keine Ambitionen zum Reinzüchter oder kommerziellen Königinnenzüchter hat, lohnt sich der Besuch einer anerkannten Reinzuchtbelegstelle oder das Abwandern mit den Begattungseinheiten in eine Region mit anderer Drohnenpopulation. Hier sind unbedingt die seuchenrechtlichen Bestimmungen einzuhalten. Ich wünsche allen, die ihre Königinnen selbst ziehen, auf jeden Fall gute Ergebnisse, denn die spornen an. Bei Misserfolgen muss man sehen, wo die Fehler liegen, und nach dem Motto "jetzt erst recht" weitermachen. Aufgeben wäre der falsche Weg!

Nun wünsche ich Ihnen einen reichen Honigsegen, wenig Schwarmlust und viel Erfolg bei der Bildung von Jungvölkern. Im Juni werde ich näher auf die Bildung von Kunstschwärmen eingehen, da das eine Methode ist, mit der auch noch später im Jahr Jungvölker gebildet werden können. Lassen Sie sich von der Entwicklung Ihrer Bienenvölker mitreißen. Jetzt ist die schönste Zeit für uns Imker!