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Will man königliche Nachschaffungszellen benutzen, so warte man mit deren Herausnahme nicht länger, als bis sie 8 Tage alt sind; denn am 10. oder 11. Tage sieht man oft schon eine leere Zelle. Es ist dies ein Erkennungszeichen, daß bereits eine andere junge Herrscherin ihre Wiege verlassen hat. Alle übrigen Königinzellen wird man nun zerstört finden, wenn man nur einen halben Tag nach dem Ausschlüpfen der ersten Königin zu spät kommt. Bei den Naturschwarmzellen dauert es dagegen 16 Tage, ehe die Königinnen zum Ausschlüpfen reif sind, vom frischgelegten Ei an gerechnet.
Die Bienen eines der Königin soeben beraubten Stockes können ihre Mutter nicht leicht verschmerzen, kümmern sich daher oft wenig um eine zugesetzte königliche Zelle, befestigen sie manchmal gar nicht, ja reißen die angeklebte Zelle in der ersten Aufregung, besonders wenn sie schon Leben darin merken, noch heraus. Oder schlüpft in den ersten 2—3 Tagen der Aufregung eine junge Königin aus der Zelle, so wird sie gar oft angefallen und getötet. Es ist daher ratsam, hier nur solche königlichen Zellen beizugeben, die noch jünger (kaum 7—8 Tage alt) sind, sie auch nicht sogleich nach der Entweiselung, sondern erst am ersten oder zweiten Abend nachher einzusetzen, wo sich die Bienen ihrer Königinlosigkeit nur eben recht bewußt sind und eine gedeckelte königliche Zelle gerne annehmen. Ungedeckelte königliche Brutzellen nehmen die Bienen am liebsten an. Schon ältere königliche Zellen, also nahe am Ausschlüpfen stehende, müssen, will man sicher gehen, unter einem Zellenschützer oder im Ausf reßkäfig auf 2—3 Tage zugesetzt werden, wie oben angegeben ist. Bienen, die seit etwa 24 Stunden königinlos und der Möglichkeit beraubt sind, königliche Zellen selbst anzusetzen, nehmen auch eine solche Zelle an, die nahe am Ausschlüpfen steht, ja sogar eine sogenannte Tut- oder Quakkönigin, deren Zellendeckel bereits losgefressen ist.
Schon angebaute königliche Zellen nehmen königinlose Stöcke auch lieber an. Man nehme also die gedeckelte königliche Nachschaffungszelle am 7. oder 8. Tage heraus, befestige sie in einer Brutwabe des Stockes. Nachdem die Bienen davon hinweg in ihren Stock gewischt wurden, hänge man diese Wabe ins Brutnest desjenigen Stockes, dem die königliche Zelle entnommen wurde. Über Nacht wird sie da angebaut und befestigt, und am ändern Tage gibt man diese Wabe, natürlich ohne Bienen, dem weisellosen Stocke.

Beim Herausschneiden der königlichen Zellen verletze man diese nicht, zerschneide lieber einige Bienenbrutzellen. Erfolgt doch irgendeine Verletzung, z.B. wenn man zwei zusammengebaute Königinzellen trennen will, so klebe man selbst ein dünnes Wachsblättchen vermittels eines heißen Messers darauf. Man befestige diese Zelle im Brutnest oder an dem Rande einer Wabe, natürlich wieder in senkrechter Stellung. Man mache rechts oder links oder auch oben in eine Brutwabe, ohne die Brut zu beschädigen, eine Öffnung, so groß wie die Königinzelle ist, und stelle sie senkrecht hinein, jedoch so, daß die Spitze der Zelle nicht aufsitzt, sonst käme die Königin nicht leicht heraus, wenn sie die Zellenspitze wie einen Deckel abgebissen hat. Die Bienen bauen sie sogleich fest. Am Sitze der Bienen (Brutnest) habe ich auch schon oft Weiselzellen gerade oben zwischen die Wabenträger gesteckt, und sie wurden angenommen und bebrütet. Natürlich läßt man da einige Wabenzellen an der Königinzelle, damit letztere nicht hinunterfällt. Oder man schneidet mit der königlichen Zelle ein Stückchen Brutwabe heraus; nach oben läßt man es etwas breiter als nach unten. Dann schneidet man aus einer Wabe im Sitze der Bienen auch eine ebenso große, nach oben breitere Öffnung aus und setzt dieses Stückchen mit der königlichen Zelle in die gemachte Öffnung. So kann die Zelle nicht hinunterfallen und die Bienen befestigen sie sogleich noch besser.
Will man mehrere Weiselzellen verwenden und müssen diese zu diesem Zweck transportiert werden, so geschieht dies folgendermaßen: Man fertigt sich ein Kistchen. In dieses legt oder stellt man ein Gefäß mit heißem Wasser (Konservendose, Ölkännchen, Sterilisierglas usw.). Nun füllt man das Kistchen mit feinem Sägemehl, welches von dem heißen Wasser alsbald durchwärmt wird. Mit dem Finger bohrt man soviele Löcher in das Sägemehl, als man Weiselzellen zur Verfügung hat. Jede einzelne Weiselzelle wird in dünnes, weiches Seidenpapier vorsichtig eingewickelt (dabei die Zelle immer möglichst senkrecht, d. h. in der natürlichen Lage gehalten) und in die Vertiefung im Sägemehl versenkt. Nun wird das Kistchen mit dem Deckel verschlossen und vorsichtig da hingetragen, wo man die Zellen verwenden will. Ich habe so schon Weiselzellen vorzüglicher Völker 20 und mehr Kilometer weit im Auto transportiert und sie erst andern Tags in den Königinnenbrutschrank eingestellt, ohne daß auch nur eine einzige Zelle versagt hätte!
Um die Königinzellen zu retten, kann man diese in Zellenschützer bringen und sie da entweder in einem Volke oder auch in einem elektrischen Brutapparat schlüpfen lassen.