Kleiner Käfer ist für Bienen ungefährlich

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Stolberg-Vicht. Im Rahmen des diesjährigen Vertretertages des Kreis-Imker-Verbandes (KIV) Aachen in Vicht beschäftigten sich die Verbandsmitglieder aus Aachen, Stolberg, Monschau, Badenberg, Merkstein, Eschweiler und Würselen mit der Zukunft der Imkerei.
Grundlage für eine Diskussion bildete der Vortrag von Dr. Gerhard Liebig von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim zum Thema "Wie imkern wir auch in Zukunft erfolgreich?".

Die Frage nach der Zukunft der Imkerei ist in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetreten, da die Varroamilbe und der Vormarsch des kleinen Beutenkäfers für den verzeichneten Bienenschwund verantwortlich gemacht wurden.

Dr. Gerhard Liebig warnte die hiesigen Imker jedoch vor einer Panikmache und entkräftete deren Befürchtungen bezüglich der Parasiten im Bienenvolk. Dr. Liebig bezog sich dabei auf die ausführliche Befragung von Experten im Rahmen der 2003 durchgeführten "Study of the small hive beetle in the USA", die eindeutig ergebe, dass der kleine Beutenkäfer ein tropisches Klima bevorzuge und dementsprechend für Mitteleuropa keine ernsthafte Gefahr darstelle.

Mit einer kurzen Darlegung von Biotechnologie und Gentechnik leitete der Imker aus Baden-Würtemberg eine Diskussion über gentechnisch veränderte Pflanzen ein und kam anhand von Fallbeispielen zu dem Ergebnis, dass transgener Pollen im Honig nicht gefährlich sei.

Den restlichen Vortrag widmete Dr. Liebig, der auch Anfängerschulungen durchführt, schließlich seinem eigenen Erfolgsrezept, indem er seine Betriebsweise, sein Varroa-Bekämpfungskonzept und sein Zuchtprogramm detailliert erläuterte.

Die Völkerführung im Jahresablauf wird in Spätsommerpflege in den Monaten August und September, Überwinterung von Oktober bis Februar, Völkerführung im Frühjahr, besonders in den Monaten März und April, Völkerführung in der Schwarmzeit von Mai bis Juni und die Völkerführung im Sommer von Juni bis August unterteilt. Dabei sind die Spätsommerpflege, in der die Bienenvölker mit genügend Futter eingewintert werden, und die Schwarmzeit laut Dr. Liebig besonders wichtig.

Außerdem beschrieb der Referent die Vorzüge und Nachteile der verschiedenen Milbenbekämpfungsarten. Die Tuchbehandlung mit Oxalsäure, bei der die Säure von einem Tuch erst nach und nach abgegeben wird, erwies sich dabei als die ökonomischste Methode zur Varroabekämpfung.

Im Rahmen seines Zuchtprogramms stellte Dr. Liebig die Völkervermehrung mit integrierter Königinnenaufzucht in vier Schritten vor. So muss zuerst ein Pflegevolk gebildet werden, das aus acht bis zehn mit Bienen besetzten Brutbrettern besteht. Nachdem ein Zuchtrahmen eingerichtet wurde, können die Königinnenzellen verschult sowie die Futterwaben eingesetzt werden.

Schließlich wird ein Begattungsvölkchen, bestehend aus einer Bienenwabe des Pflegevolkes, einer Futterwabe, acht leeren gedrahteten Rahmen und einer unbegatteten Königin, im Magazin gebildet. Grundsätzlich riet Dr. Liebig seinen Zuhörern, immer von dem Volk nachzuziehen, das bei der Spätsommerpflege nicht gestochen und vorher viel Honig gebracht hat, aber dennoch nicht hat schwärmen wollen.

Mit seiner Betriebsweise, die grob in die Schritte Milbenbekämpfung, Auffüttern und erneute Milbenbekämpfung eingeteilt werden kann, erreicht der Wissenschaftler nach eigenen Angaben eine Vermehrungsquote von 100 Prozent. Zusätzlich betonte er, dass sein Varroabekämpfungskonzept und sein Zuchtprogramm für jedermann nachzuahmen sind.

Bei Schwierigkeiten gibt der Experte, zu erreichen unter immelieb@uni-hohenheim.de, jedoch gerne Ratschläge rund um die Biene.