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Stiftung Warentest – Honig Heft 4/2004Die Stiftung Warentest untersuchte wieder einmal Honig. Hier eine knappe Übersicht über die wichtigsten Ergebnisse: Untersucht wurden 34 Honige, davon 5 in DIB-Gläsern.
18 Proben wurden als mangelhaft bewertet, davon 2 DIB (Deutscher-Imker-Bund). Von den 19 Mischblütenhonigen wurden 9 mit mangelhaft bewertet. Die Gründe waren Mängel im Geruch/Geschmack oder zu hohe Rückstandsbelastung. An Rückständen wurde gefunden: (z.T. in Kombination) 1 x Thymol (Varroabekämpfungsmittel) 2 x Oxalsäure (Varroabekämpfungsmittel) 3 x Streptomycin (Antibiotika)(ggf. aus Feuerbrandbekämpfung im Obstbau) 1 x Tetracyclin (Antibiotika) 6 x Phenylacetaldehyd (Repellent zum Vertreiben der Bienen aus dem Honigraum) 1 x AMOL (Abbauprodukt aus Nitrofen (Antibiotika) 1 x Semicarbacid (als Abbauprodukt aus Nitrofen) 5 x Semicarbacid (nur in den Twist off-Deckeln (nicht im Honig), als Nebenprodukt des Dichtungsmaterials. Alle Rückstände wurden ausschließlich in Honigen gefunden die als Herkunft Osteuropa, Polen oder Südamerika aufwiesen. |
HonigverordnungSeit 16.01.2004 ist eine neue Honigverordnung gültig. Sie ist den EU-Richtlinien angepaßt. Für uns Imker ergeben sich außer der Pflicht zur Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums und des Ursprungslandes keine praktischen Änderungen. Die neue Verordnung wird gelegentlich allen Imkern zur Verfügung gestellt. Im Internet zu finden unter: http://217.160.60.235/BGBL/bgbl1f/bgbl104s0092.pdf |
BienensterbenIn letzter Zeit ist der Streit um die Ursachen des Bienensterbens weiter eskaliert. Im Wesentlichen geht es um die Kernfrage, ob Saatgutbeizmittel mit den Wirkstoffen Imidacloprid ("Gaucho","Chinook") und Fipronil für das Bienensterben verantwortlich sind. Beide Wirkstoffe wirken auf das Nervensystem, sind relativ stabil und auch lange nach der eigentlichen Anwendung im Boden, möglicherweise auch in Folgekulturen enthalten. In Frankreich wurde aufgrund dieses Verdachtes Imidachloprid vor Jahren zum Einsatz bei Sonnenblumen verboten. Fipronil wurde in Frankreich Anfang dieses Jahres verboten. In Deutschland ist Imidachloprid weiterhin zugelassen; Fipronil war als Pflanzenschutzmittel noch nie zugelassen, wohl aber in Mitteln gegen Flöhe bei Hunden und Katzen usw. ("Frontline"). Fipronilhaltige Pflanzenschutzmittel sollen jedoch im Ausland gekauft und verbotenerweise in Deutschland eingesetzt worden sein. Den deutschen Instituten, die keine negative Wirkung von Imidachloprid auf Bienen feststellen konnten, wird eine gewisse Nachlässigkeit in den Untersuchungsmethoden vorgeworfen. Es gibt eine Initiative, die in einer Unterschriftenaktion das Verbot der beiden Wirkstoffe und den Anbau genmanipulierter Pflanzen fordert. In der entsprechenden Resolution wird ein direkter Zusammenhang des Einsatzes dieser Wirkstoffe mit dem Bienensterben behauptet. Dieser Zusammenhang ist bisher nicht schlüssig bewiesen und es wird auch sehr schwer sein, diesen Beweis zu führen. Die Initiative stellt sich vor unter: www.bienensterben.info Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie u.a. unter:http://www.lvbi.de/ Eine sehr schöne Darstellung über Bienenschutz und die Prüfung von Pflanzenschutzmitteln finden Sie unter: http://www.infofarm.de/datenbank/medien/73/Bienens1.ppt |
"Agenda 21" und BienenhaltungDie "Agenda 21" wurde1992 in Rio de Janeiro verabschiedet und behandelt in 40 Kapiteln alle wesentlichen Politikbereiche einer umweltverträglichen, nachhaltigen Entwicklung. Ziel nachhaltiger Entwicklung und Wirtschaftens ist, die natürlichen Lebensgrundlagen auch künftigen Generationen zu erhalten. Dabei sind ökologische, ökonomische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Die Bienenhaltung erfüllt Ziele, die sich in den folgenden sechs Kapiteln der Agenda 21 wieder finden lassen: Kapitel 4. Veränderung der KonsumgewohnheitenKapitel 6. Schutz und Förderung der menschlichen Gesundheit Kapitel 9. Schutz der Erdatmosphäre Kapitel 14. Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung Kapitel 15. Erhaltung der biologischen Vielfalt Kapitel 25. Kinder und Jugendliche und nachhaltige Entwicklung Im Einzelnen darf auf folgende Fakten hingewiesen werden: Imkern ist eine Freizeitbeschäftigung mit einem sehr hohen Freizeitwert ohne nennenswerte Belastung der Umwelt. Bienenhaltung wird in der Regel im Wohnumfeld betrieben und verursacht üblicherweise nur wenig Verkehr. Bienenhaltung bringt ein wertvolles Lebensmittel – den Honig – und einige weitere Produkte hervor die allesamt natürlichen Ursprungs sind und deren Gewinnung keinerlei Belastung für den Naturhaushalt mit sich bringt. Die so gewonnenen Produkte decken einen Teil des heimischen Marktes und vermeiden damit Transportwege. Die Bienenhaltung gewährleistet eine flächendeckende Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Ertragsleistung von Nutzpflanzen und zur Arterhaltung vieler Wildpflanzen. In der Folge wird dadurch die Nahrungsgrundlage vieler Kleintiere und Vögel gesichert (Artendiversität). Imker bieten Schulen und Kindergärten durch Führungen lebendigen Einblick in die Welt der Bienen, anderer Insekten und Pflanzen und fördern damit das Verständnis ökologischer Zusammenhänge. Schließlich bieten Imker jugendlichen und erwachsenen Interessenten Einführungen in die Bienenhaltung damit diese ebenso dieser sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen können. Der vollständige Text der Agenda 21 kann im Internet eingesehen werden: |