Zum Bienenhalten braucht man Platz; einen Platz, um die Völker aufzustellen, und einen zweiten, um das benötigte Gerät, wie Schleuder, leere Zargen und Waben aufzubewahren.
Bei der Suche nach einem Aufstellungsort für die Bienenvölker müssen drei Punkte berücksichtigt werden, und zwar in der angegebenen Reihenfolge:
Bienen können stechen. Wenn sie den Imker stechen ist das weniger schlimm als wenn es andere trifft. Jeder Tierhalter ist für seine Tiere verantwortlich. Manchmal können Bienenstiche unangenehme Folgen haben, vor allem wenn der Gestochene sich in ärztliche Behandlung begeben muss. Es kann vorkommen, wenn auch sehr selten, dass Bienenstiche den Tod herbeiführen. In jedem Falle muss der Imker für die Folgen aufkommen. Wer Mitglied in einem Imkerverein ist und Beiträge zahlt ist zu sehr günstigen Bedingungen haftpflichtversichert. Allein deshalb lohnt sich schon die Mitgliedschaft in einem Imkerverein.
Doch auch dann wäre es wünschenswert, dass die Haftpflichtversicherung nicht in Anspruch genommen werden muss. Die beste Vorsorge ist, die Völker so aufzustellen, dass niemand in Gefahr gerät. Das ist bei der Platzsuche und bei der Aufstellung der Völker unbedingt zu berücksichtigen. Bienen fliegen am Flugloch ein und aus. Besonders viel Flugverkehr herrscht bei guter Tracht. Dieser Flugverkehr kann durch Aufstellung der Völker oder durch entsprechende Bepflanzung der Umgebung des Bienenstandes gelenkt werden. Eine Hecke ein paar Meter vor den Fluglöchern oder zwischen dem Bienenstand und dem Nachbargrundstück lenkt die ausfliegenden Bienen nach oben bzw. hält sie davon ab, das Nachbargrundstück in Augenhöhe zu überfliegen. Eine Hecke direkt hinter dem Bienenstand sorgt auch dafür, dass der Imker oder seine neugierigen Gäste auch dann nicht in der Flugschneise stehen, wenn die Trachtquelle hinter dem Bienenstand liegt. Vom Trachtflug heimkehrende oder auf Nahrungssuche ausfliegende Bienen sind nicht angriffslustig und stechen selten. Dennoch sollte sich niemand unmittelbar vor den Fluglöchern aufhalten, besonders dann nicht, wenn der Imker an den Völkern arbeitet. Hinter den Völkern ist die Stichgefahr deutlich geringer als vor der Flugfront.
Bienen halten bedeutet unter anderem Kästen mit Waben schleppen. Wenn die Waben mit Honig gefüllt sind, kann das sehr anstrengend sein. Deshalb sollte man die Völker so aufstellen, dass Bandscheiben und Muskeln nicht unnötig strapaziert werden. Denken Sie auch daran, dass Sie älter werden. Bei der Aufstellung von Bienenvölkern sind steile Hanglagen zu meiden. Am besten geeignet sind solche Plätze, an denen man mit dem Auto oder mit dem Transportkarren bis zum Bienenstand vorfahren kann, und zwar unabhängig davon, wie das Wetter ist oder war.
Bienen können fliegen, weit fliegen. Deshalb müssen die Anforderungen, die wegen der Bienenvölker an einen Standort zu stellen sind, nicht in unmittelbarer Nähe des Bienenstandes erfüllt sein.
Die Eignung eines Standortes hängt von der Trachtsituation ab, insbesondere vom Nektar- und Pollenangebot im Frühjahr und im Spätsommer. Es ist als gut zu bezeichnen, wenn im näheren Flugkreis (2-km-Radius) viel abwechslungsreiches Grün zu finden ist. Besonders günstig sind ausgedehnte Streuobstwiesen, Obstanlagen, Klein- und Vorgärten, Hecken, bäum- und heckenbesäumte Bachläufe, Parkanlagen, Alleen und Mischwald. Den interessierten Stadtbewohner halten vielleicht Bedenken davon ab, Bienen zu halten, weil ihm die Räumlichkeiten und das Grundstück fehlen. Doch sollte das kein Hindernisgrund sein, Imker zu werden, wenn man sich an die Empfehlung hält: klein und bescheiden anfangen!
Für die Völker braucht man nicht unbedingt einen eigenen Garten. Wenn man nur 3 bis 6 Völker hält, dürfte am Anfang für die Geräteaufbewahrung auch der Kellerraum im Mehrfamilienhaus genügen. Es ist natürlich bequemer, wenn die Völker neben dem Gartenhaus stehen, in dem sämtliches Imkergerät untergebracht und damit schnell zur Hand ist. Wer das nicht hat aber haben will, muss sehr viel investieren. Neben den Investitionskosten sind auch die laufenden Kosten zu beachten, die mit der Völkerzahl zunehmen und jedes Jahr den Geldbeutel belasten, besonders dann, wenn der imkerliche Erfolg (= Honigertrag) ausbleibt.
Der beste Platz ist nicht unbedingt der eigene Garten. Sprechen Sie mit dem Förster oder mit den Bauern, denen die Wiesen im Tal oder am Waldrand gehören.
Hecken, Hänge oder noch besser Wald, vor dem die Völker stehen, halten heftige Winde ab, lenken den Bienenflug nach oben und sind gleichzeitig Bienenweide. Von Vorteil ist auch, wenn die Völker unter Laubbäumen stehen, sodass die Beuten im Sommer nicht der heißen Mittagssonne ausgesetzt sind und im Winter und Frühjahr auch mittags die wärmenden Sonnenstrahlen auf das Flugloch treffen.
Die Gegebenheiten des Standortes bestimmen, wohin das Flugloch zeigt. An einem Hang stellt man die Völker in der Regel so auf, dass sie den Hang abwärts ausfliegen, vor einem Waldrand so, dass die Fluglöcher dem freien Feld zugewandt sind. Als Anhalt gilt, dass die Fluglöcher wenigstens ein paar Stunden von der Sonne beschienen werden; ob am Vormittag, am Mittag oder am Nachmittag, darüber kann man streiten; auch darüber, ob die Völker nur wenige Stunden oder den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sind. Neben der Sonneneinstrahlung ist der Wind zu beachten. Windschutz ist von Vorteil, doch lässt sich absoluter Windschutz nicht erreichen; denn wenn die Völker so mit dem Rücken vor einem Hang, einer Hecke oder einem Wald stehen, dass sie vor den Westwinden geschützt sind, dann ist zwangsläufig damit verbunden, dass besonders im Winter oder im Frühjahr der kalte Ostwind in die Fluglöcher fährt. Das macht den Völkern nichts aus.
Ein Bienenhaus ist teuer. Außerdem ist die Bearbeitung der Völker im Bienenhaus sehr umständlich. Bienenvölker sind besser im Freien »untergebracht« , besonders wenn sie in Magazinbeuten gehalten werden. Die Völker werden auf eine Unterlage gestellt. Dafür genügt eine Palette, auf der zwei Völker Platz finden.
Eine Unterlage kann auch mit zwei Balken und ein paar Brettern hergestellt werden. Diese können mit einem Stück Dachpappe abgedeckt werden, sodass sie vor der Witterung geschützt sind. Die Dachpappe dient heimkehrenden Bienen gleichzeitig als Landefläche und hält den Pflanzenwuchs vom Flugloch fern.
Wenn die Völker paarweise aufgestellt sind, lassen sie sich von der Seite bearbeiten. Das geht leichter als die Bearbeitung von hinten, wenn mehrere Völker eng nebeneinander stehen.
Bienen halten kostet Geld. Im Imkereibedarfshandel wird eine Unmenge von Gerät angeboten. Für den Anfang sollten Sie sich auf das Wesentliche beschränken. Auch später, wenn Sie genügend Erfahrung im Umgang mit den Bienen gemacht haben und Ihre Völkerzahl erhöhen wollen, benötigen Sie nicht alle Gerätschaften, die auf dem Markt angeboten werden. Die folgende Aufstellung zeigt Ihnen, was Sie für den Anfang und für jedes Volk brauchen.
Siehe Orientierungshilfe