wird durch Verstellen eines Volkes um ein paar Meter gebildet. Auf seinen alten Platz wird eine Beute aufgestellt, die mit einer Brutwabe (als Bannwabe), Futter- und Leerwaben (oder Mittelwänden) gefüllt wird und in die die eingeflogenen Bienen (=Flugbienen) einkehren. Die Sammelleistung des Muttervolkes sinkt mit dem Verlust der Flugbienen auf Null. Außerdem schränkt es seine Bruttätigkeit ein. Die Sammelmotivation des Fluglings leidet unter der Weisellosigkeit. Die Fluglingsbildung ist sowohl für die Schwarmvorbeugung als auch für die Schwarmverhinderung geeignet.

Der Zwischenbodenableger

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Vom Prinzip her ist diese Maßnahme der Schwarmverhinderung eine feine Sache. Der Anwender lernt bei ihr wichtige Verhaltensweisen des Bienenvolkes »praktisch« kennen. Sein Verständnis für das Bienenvolk wird gefördert. Der Zwischenbodenableger ist eine Weiterentwicklung des so genannten Fluglings. Er soll deshalb zuerst erklärt werden.

Die Bienen eines Volkes sind auf den Platz, an dem das Volk steht, eingeflogen. Wenn das Volk innerhalb des Flugkreises verstellt wird, wird das von den Angeflogenen Bienen nicht registriert. Sie verlassen den Stock und kehren an den alten Platz zurück. Weil sie dort ihr Zuhause nicht mehr vorfinden, versüßen sie bei einem Nachbarvolk einzukehren, bevor ihnen der »Flugsprit« ausgeht. Es kommt auch vor, dass viele der heimatlosen Bienen sich irgendwo in der Nähe des alten Standplatzes als Traube niederlassen. Das verstellte Volk, es genügen ein paar Meter, verliert durch diese Aktion sämtliche Flugbienen. Damit wird auch sichergestellt, dass es nicht in Schwarmstimmung gerät. Wenn es bereits in Schwarmstimmung war, kann es diese verlieren. Die Stockbienen unterbrechen von sich aus den Vorgang und fressen die bereits angelegten Schwarmzellen aus. Das muss aber nicht sein. Manchmal kommt es vor, dass die Schwarmzellen, wenn auch nicht unbedingt alle, trotz des Verlustes der Flugbienen weiter gepflegt werden und das geschwächte Volk einige Tage später abschwärmt. Wenn der Imker sicher gehen will, sollte er 1 bis 2 Tage nach dem Verstellen nachschauen, wie sich das Volk entschieden hat.

Die abgehenden Flugbienen werden bei dieser Aktion nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. Mit ihnen wird ein Flugling erstellt. An den alten Platz, wo das Volk ursprünglich stand, wird eine komplette Beute aufgestellt: Gitterboden, Zarge, Deckel und Blechhaube. Die Zarge enthält 1 Futterwabe (als Schlechtwetterreserve), 1 Wabe mit etwas offener Brut und 8 Mittelwände. Was passiert? Die heimkehrenden Flugbienen stellen fest, dass niemand mehr zu Hause ist und vor allem die Königin fehlt. Die Weisellosigkeit veranlasst sie sofort, aus der offenen Brut Königinnen nachzuziehen. Wenn die erste nach etwa 12 Tagen schlüpft, versucht sie ihre jüngeren Schwestern umzubringen, was ihr auch in den meisten Fällen gelingt. Nach etwa einer Woche ist sie geschlechtsreif und geht, sobald das Wetter es erlaubt, auf Hochzeitsflug. Wenn sie davon heil und begattet zurückkehrt, beginnt sie mit der Eiablage. Es dauert weitere drei Wochen, bis die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und der Flugling, der schon längst kein Flugling mehr ist, zu wachsen beginnt. Bis dahin ist seine Bienenzahl erheblich geschrumpft. Unter der Weisellosigkeit hat auch sein Sammeleifer gelitten. Es kommt selten vor, dass ein Flugling die Mittelwände der Zarge komplett ausbaut und mit Honig füllt, auch dann nicht, wenn er während seiner weisellosen Zeit draußen ein gutes Nektarangebot vorfindet.

Genauso wenig Sammeleifer hat das verstellte Muttervolk. Seine Unlust hat eine andere Ursache. Die erfahrenen Sammlerinnen fehlen. Es braucht Wochen, bis das Volk diesen Verlust verkraftet und seine alte Stärke wiedergewonnen hat. Dann ist in der Regel die Tracht vorbei.

Auf der Habenseite ist zu vermerken, dass aus einem Volk zwei geworden sind, sofern die junge Königin in Eiablage gegangen ist, und man außerdem nach dem Eingriff auf weitere Schwarmkontrollen hat verzichten können.

Beim Zwischenbodenableger wird der Flugling nur für begrenzte Zeit erstellt. Nach 10 Tagen werden die getrennten Volksteile vereinigt und die alte Stärke wiederhergestellt. Für den Eingriff wird ein Zwischenboden und eine Zarge benötigt, die wiederum mit 1 Futterwabe, 1 Brutwabe mit etwas offener Brut zum Nachschaffen und 8 Mittelwänden gefüllt ist. Der Zwischenboden füngiert gleichzeitig als Deckel und Boden (mit Flugloch).

Das Muttervolk wird geöffnet, alle Zargen werden abgehoben und beiseite gestellt. Auf den Gitterboden wird die vorbereitete »0-Zarge« gesetzt. Die Brutwabe kann von einem anderen Volk stammen, man kann sie aber auch aus einer Brutzarge des geöffneten Volkes entnehmen. Die Ammenbienen brauchen dann nicht abgeschüttelt zu werden. Allerdings muss man darauf achten, dass die Königin nicht mitgenommen wird. (Das ergäbe eine durchaus mögliche Variante des Zwischenbodenablegers: Flugling mit Königin.) An die Stelle der Brutwabe kommt eine leere Wabe.

Auf die 0-Zarge wird eine Folie gelegt, darauf der Zwischenboden gesetzt und auf diesen das Volk.

Vorgehensweise bei der Bildung eines Zwischenbodenablegers

Was passiert? Das aufgesetzte Muttervolk verliert seine Flugbienen. Diese fliegen oben aus und kehren, weil sie es so gewohnt, unten ein. Da die potenziellen Schwarmbienen nicht mehr zurückkommen, erlischt die Schwarmstimmung. Bereits angelegte Zellen werden, wenn sie noch nicht verdeckelt sind, ausgefressen. Der Flugling in der 0-Zarge zieht auf der Brutwabe Königinnen auf. Diese Nachschaffungsköniginnen schlüpfen etwa 11 bis 12 Tage nach der Trennung des Volkes. Um das zu vermeiden erfolgt der nächste Eingriff, die Wiedervereinigung der beiden Volksteile, bereits vorher und zwar 10 Tage nach ihrer Trennung. Dabei werden die Nachschaffungszellen zerstört und der Zwischenboden entfernt. Die Brutwabe der 0-Zarge kann an die Stelle einer Drohnenbrutwabe gehängt werden, die am Tage der Wiedervereinigung entnommen wird. Sie kann aber auch im Honigraum verbleiben, wenn man keinen Wert darauf legt, im Honigraum nur helle Waben zu verwenden. Man muss aber darauf achten, dass sich auf der Brutwabe keine verdeckelte Drohnenbrut befindet, und auch überprüfen, ob im ehemaligen Flugling Drohnen eingekehrt sind. Diese Drohnen wären im Honigraum gefangen und würden dort jämmerlich zugrundegehen.


Vor der Teilung

  Deckel
  Honigraum
  Honigwabe
  Absperrgitter
  Brutraum oben
  Drohnenbrut
  Brutraum unten
Futterwabe
  Gitterboden

Nach der Teilung

  Deckel
  Absperrgitter (nur zur Aufbewahrung)
  Brutraum oben
Neuer Baurahmen
  Brutraum unten
Zwischenboden mit Flugloch
  Honigraum
  Gitterboden

Der Einsatz des Zwischenbodens zur Schwarmverhinderung. Zustand des Volkes am Tag der Volksteilung (vor und nach dem Eingriff)


Vorgehensweise entfernen des Zwischenbodens


Nach der Wiedervereinigung

Zustand 10 Tage später nach der Vereinigung

Die Methode kann in vielen Details variiert werden. Zum Beispiel bietet es sich an, den Honigraum als 0-Zarge zu verwenden. Dann bleibt das Volk während und nach der Prozedur auf 3 Zargen sitzen. Bei mäßiger Tracht ist das angebracht. Bei guter Tracht kann das Volk bei der Wiedervereinigung mit der zuvor extra erstellten 0-Zarge erweitert werden.

Die Bildung des Fluglings oder Zwischenbodenablegers darf nur bei Tracht-und Flugwetter erfolgen. Bei regnerischem und bei kühlem Wetter geht die Sache schief. Wenn die Bienen nicht fliegen können, bleibt die 0-Zarge unbesetzt und das Volk in Schwarmstimmung. Doch kann man bei schlechtem Wetter der Fluglingsbildung auch etwas nachhelfen, wenn der Honigraum als 0-Zarge vorgesehen ist, indem die Arbeiterinnen, die sich im oberen Brutraum aufhalten, bei der Kippkontrolle mit Rauch durch das Absperrgitter in den Honigraum getrieben werden. Dieser wird anschließend abgehoben, auf den Gitterboden gesetzt und mit einer geeigneten Brutwabe ausgestattet. Die ansitzenden Ammenbienen werden bei ihrer Entnahme aus dem Brutraum abgeschüttelt, sodass auch die Überprüfung, ob sich die Königin auf dieser Wabe befindet, entfällt. Das auf den Flugling gesetzte Muttervolk verliert mehr Flugbienen, wenn es um 180 Grad gedreht wird und seine Bienen hinten aus- und einfliegen. Bei der Wiedervereinigung 10 Tage später entfällt dieses Flugloch, was ein wenn auch befristetes Tohuwabohu auslöst. Ob alle hinten eingeflogenen Bienen das vordere Flugloch finden?

Sowohl die Bildung des Zwischenbodenablegers als auch die Wiedervereinigung der beiden Volksteile macht Arbeit. Ein geübter Imker braucht wahrscheinlich weniger Zeit, wenn er sich darauf beschränkt, die Brutwaben eines schwarmtriebigen Volkes zu ziehen und nach Schwarmzellen abzusuchen. Beim nächsten Mal braucht er es vielleicht nicht zu tun, wenn die Kippkontrolle negativ ausfällt. Um den Zwischenbodenableger muss er sich auf jeden Fall kümmern.

Folgende Vorgehensweise

  

aus "einfach imkern" von Dr. Gerhard Liebig